- Abholzigkeit
Verjüngung des Baumstammes von seinem Stock- zu seinem Zopfende. Die Abholzigkeit wird in cm pro Stammlaufmeter angegeben. Stark abholzige Stämme erscheinen für den Blockhausbau weniger geeignet als gering Abholzige.
- Achsmaß
V.A. beim Naturstammblockbau mit runden Querschnitten verwendete Art der Gebäude- Grundrissbemaßung. Da es bei diesem Gebäudetyp (und auch Anderen) keine definierten Wandinnen- oder -außenmaße gibt, geht man hier von genau definierbaren Achsmaßen aus.
- Astigkeit
Bezeichnet die Häufigkeit und Art des Auftretens von Ästen an einem Baumstamm. Den Blockhausbau beeinflusst die Astigkeit mehr optisch als qualitativ.
- Blaufäule
Durch den Bläuepilz hervorgerufene Blauverfärbung im Splintholz. Der Bläuepilz ernährt sich ausschließlich vom Inhalt der Holzzellen und nicht von deren Zellwänden. Somit hat er keinen Einfluss auf das statische Gefüge des Holzes.
- Blockgiebel
Bestehen die Giebelwände eines Blockhauses aus waagrecht verlaufenden und in typischer Blockbauweise verarbeiteten Balken, so spricht man von einem Blockgiebel (Weiterführung der Blockbauweise bis unter den Dachfirst). Probleme dabei kann, vor Allem bei steileren Dachneigungen, die Setzung der Blockwände bereiten: Die Giebelspitze setzt sich um ein größeres Maß als die Giebelbasis. Eine sich ändernde Dachneigung ist die Folge. Dem muss konstruktiv in jedem Fall Rechnung getragen werden (z.B. m. Hilfe von Gleitsparren).
- Borke
Äußerste Schicht eines Baumstammes die die Wachstumsschicht (Kambium) gegen mechanische, thermische oder andere äußere Einflüsse schützt. Kambium und Borke bilden gemeinsam die Rinde.
- Chambers, Robert W.
Autor von "Log Construction Manual" und Erfinder der "Accelerated Log Building" Methode. Hat mit seinen "Log Building Rules" und anderen innovativen Ansätzen im Bereich der Verarbeitung von Naturstämmen den modernen Blockbau nachhaltig beeinflusst.
- Chinking
Dauerelastische Dichtmasse (z.B. auf Acryl-Latex Basis) mit guten Holzhafteigenschaften. Geeignet zur (vorbeugenden-) Abdichtung von Blockgebäuden, da die ausgehärtete Masse in der Lage ist, jahreszeitlich bedingtes Quellen oder Schwinden (auch Setzungen) unbeschadet zu überstehen. C. wird meist auf eine Unterlage aus geeignet dimensionierten Dichtbändern aus Polyethylen aufgetragen um eine Haftung lediglich an den Flanken zu gewährleisten.
- Douglasie
Pseudostuga Mentsisii; Vor Allem in der Naturstammblockbauweise häufig verwendetes Nadelholz mit rötlichem Kern, guten Resistenzeigenschaften und wohlriechendem Aroma. Durch die letzte Eiszeit aus Europa verdrängt, gehört die Douglasie, von der es unzählige lokale Rassen gibt, heute wieder vielerorts zur einheimischen Waldgemeinschaft.
- Dovetailnotch
Siehe Schwalbenschwanz Verkämmeung.
- Drehwuchs
Abweichung der Richtung der Holzfasern eines Stammes von einer gedachten Linie, die parallel zur Stammachse verläuft. Diese Faserabweichung wird in cm pro Meter angegeben. Man unterscheidet Linksdrehwuchs und Rechtsdrehwuchs, die für den Blockbau unterschiedlich gewertet werden. Ein starker Drehwuchs mindert die Verwendbarkeit eines Stammes für den Blockbau.
- Eckverkämmung
Charakteristisches Merkmal und stabilitätsgebende Komponente aller echten Blockhäuser. Im Unterschied zur Überblattung verbindet die Verkämmung zwei Balken miteinander, die sich in unterschiedlichen Ebenen miteinander schneiden. Im Kreuzungspunkt beider Balken wird ein ein- oder gegenseitiger, passgenauer Ausschnitt angefertigt.
- Entlastungsschnitt
Das Rissverhalten eines Naturstammes kann durch den E. beeinflusst werden. Der Haupt-Trocknungsriss eines Naturstammes stellt sich i. d. R. dort ein, wo die Distanz von äußerer Mantelfläche zum Kern am geringsten ist. Durch einen parallel zur Stammachse auf der Oberseite eingeschnittenen E. wird dieser sich später einstellenden Haupt-Trocknungsriss auf die Stammoberseite geleitet, was sowohl optisch als auch technisch von Vorteil ist.
- Exzentrischer Wuchs
Fehler im inneren Aufbau des Holzes. Zeigt ein Baum exzentrischen Wuchs, so liegt seine Markröhre (normalerweise Stammmittig) außermittig. Ungleichmäßige Jahrringbreiten über den Stammquerschnitt und damit ungleiche Festigkeiten sind die Folge. Das Holz schwindet beim Trocknungsprozess ungleichmäßig. Ursachen für exzentrischen Wuchs sind Erbanlage, einseitiger Winddruck oder Hangstandorte.
- Farbkern
Siehe Kernholz
- Fasersättigungspunkt
Der Fasersättigungspunkt eines Holzwerkstoffes ist dann erreicht, wenn durch den Trocknungsprozess das freie Wasser innerhalb der Holzzellen abgegeben ist. Die Zellwände dagegen haben bei Erreichen des Fasersättigungspunktes noch ihren maximalen Wassergehalt. Die Holzfeuchtigkeit beträgt am Fasersättigungspunkt etwa 30%. Erst weiteres Verdunsten von Wasser (holz nun unterhalb des Fasersättigungspunktes) hat eine Volumenveränderung des Holzes zur Folge (Schwinden).
- Gleitender Sparren
Kommt es bei einem Blockgiebel aufgrund unterschiedlicher Setzuingen von Giebelspitze und Basis zu einer Veränderung der Dachneigung eines Blockhausdaches, so müssen die Dachsparren gleitend konstruiert werden.
- Hausbock
Hylotropus bajulus; stark sekundärer Trockenholzschädling, d.h. der Hausbock befällt nahezu ausschließlich totes, abgetrocknetes Nadelholz.
- Holzfeuchte
Der Feuchtigkeitsgehalt eines Holzwerkstoffes bezeichnet die im Holz enthaltene Wassermasse in Bezug auf seine Darrmasse (bei vollständig verdunsteter Feuchtigkeit oder 0% Holzfeuchte). Frisch gefällte Stämme überschreiten in der Regel eine Holzfeuchte von 100%. Infolge von Verdunstung verliert ein Stamm das in ihm enthaltene Wasser, bis ein Ausgleich zwischen Luftfeuchtigkeit und Holzfeuchtigkeit eingetreten ist. Bei der Feuchtigkeitsabgabe schrumpfen die Zellwände, sobald der Fasersättigungspunkt erreicht ist, das Holz schwindet.
- ILBA
International Log Builders’ Association; Internationale Vereinigung von Naturstamm-Blockhausbauern mit dem Ziel der Standardisierung, Qualitätswahrung und Weiterentwicklung der Blockbauweise. Sitz der Anfang der 70er Jahre unter Mitwirkung von B. Allan Mackie gegründeten Vereinigung ist Prince George, B.C., Kanada.
- Jahrring
Zu Beginn der Vegetationszeit bildet der lebende Baum große, dünnwandige Zellen (hell); Gegen Ende dagegen kleine, dickwandige Zellen (dunkel). Beide zusammen bilden innerhalb eines Jahres einen Jahrring. Je gleichmäßiger diese Jahrringe über den gesamten Stammquerschnitt ausfallen, desto geeigneter erscheint der Baumstamm für den Blockhausbau. Interessanterweise bedeuten beim Laubholz breitere Jahrringe härteres und festeres Holz, weil mehr Spätholz gebildet wird. Beim Nadelholz hingegen bedeuten breitere Jahrringe weicheres und leichteres Holz, weil mehr großlumige Frühholzzellen gebildet werden.
- Kambium
Meist zähe, ledrige Wachstumsschicht des Baumes. Nur in der Kambiumschicht werden neue Holzzellen gebildet. Das Kambium wird beim Blockhausbau meist vollständig entfernt, da es anfällig gegen Verrottung und Insektenbefall ist. Kambium und Borke bilden gemeinsam die Rinde.
- Kernholz
Die innere, abgestorbene Schicht eines Baumes. Hier findet kein Wasser- oder Nährstofftransport statt. Bei vielen Baumarten sind im Kernholz organische Verbindungen wie Harze, Öle, Wachse oder Farbstoffe eingelagert, die unter Anderem für die Verottungsresistenz einer bestimmten Baumart ausschlaggebend sind. Man unterscheidet Baumarten mit einem Farbkern (Kernholzbäume, z.B. Lärche, Douglasie oder Kiefer); solche ohne einen farblich sich unterscheidenden Kern (Reifholzbäume, z.B. Fichte oder Tanne) und Splintholzbäume, bei denen keine allmähliche Verkernung des Splintholzes einsetzt. Mischformen sind möglich (z.B. Kernreifholzbäume).
- Lignin
Nach Zellulose organischer Hauptbestandteil des Holzes (ca. 25%). Das Einlagern von Lignin versteift die Zellwand - Verholzung (Beton).
- Logdog
Aus dem Englischen; bezeichnet eine Anschlagkralle aus starkem Metall, die den zu bearbeitenden Baumstamm in einer bestimmten Position fixiert oder das definierte Rollen eines Stammes erleichtert.
- Mackie, Bernard Allan
Geboren 1925; Gilt als der geistige Vater der modernen (kanadischen-) Naturstamm Blockbauweise. Mitbegründer der International Log Builders’ Association (ILBA). Gründer der international aktiven „B. Allan Mackie School of Logbuilding“. Sein Buch „Building With Logs“, ursprünglich als Seminarskript verfasst, zählt heute zu den Klassikern der Blockbauliteratur. Autor einiger anderer Werke rund um den Naturstammblockbau.
- Polter
Stammholz wird in der Regel zu Holzpoltern aufgestapelt. Für den Blockbau sind dies meist mehrschichtige Freiluftpolter.
- Quellen
Umkehrvorgang zum Schwinden; Beim Quellen des Holzes kommt es aufgrund von Feuchtigkeitsaufnahme unterhalb des Fasersättigungspunktes zu einer Volumenvergrößerung der Holzzellwände.
- Rotfäule
Durch den Rotfäulepilz hervorgerufene, oft streifenförmig verlaufende Rotverfärbung des Holzes. Der Rotfäulepilz ernährt sich von den Wänden der Holzzellen und zerstört somit bei längerem Einwirken das statische Gefüge des Holzes.
- Schlagschnur
Traditionelles und im Naturstammblockbau unverzichtbares Anreißwerkzeug. Die (mit Farbpulver behaftete) Schlagschnur überträgt durch ihren Anschlag eine gerade Linie auf einen Balken oder Stamm, auch wenn dieser naturgewachsen und damit unregelmäßig verläuft.
- Schwalbenschwanz Verkämmung
Siehe auch Eckverkämmung. Die S. zählt zu den nichtvorkopfbildenden Eckverkämmungen. Charakteristisch für die S. sind in beiden Ansichtsebenen konisch verlaufende Zinken, die zwei Blockbalken unverschiebbar miteinander verkämmen. Vorraussetzung für die Verwendung der S. sind gerade Verkämmungsebenen, womit sich diese Art der Eckausbildung meist auf Blockgebäude beschränkt, die aus besäumten Balken bestehen. Soll die S. bei Rundbalken oder –Stämmen zur Anwendung kommen, so müssen auch hier die zu verkämmenden Stammenden mit geraden (vertikalen) Flächen versehen werden.
- Schwinden
Gibt ein Balken infolge von Verdunstung die in ihm enthaltene Feuchtigkeit an seine Umgebung ab, so schrumpfen die Zellwände, sobald der Fasersättigungspunkt erreicht ist; Das Holz verringert sein Volumen, es schwindet.
- Scriber
Oder Parallelanreißmaß; Traditionelles und im Naturstammblockbau unverzichtbares, ja identitätsgebendes Anreißwerkzeug. Der Scriber überträgt eine unregelmäßig verlaufende Stammkontur auf den nächst einzubauenden Blockbalken.
- Setzung
Kommt es aufgrund von Trocknung der verbauten Blockhausbalken zu einer Volumenverringerung der Holzzellen und damit zu einer Verringerung der Gebäudehöhe, so spricht man von Setzung. Diese wird durch Kompression der Holzzellen verstärkt.
- Spannrückigkeit
Zeigt ein Stammquerschnitt keine kreisförmige sondern eine wellige, „eingebeulte“ Form, so spricht man von Spannrückigkeit.
- Splintholz
Wasserführende Schicht eines Baumes. Nur hier findet ein Wasser- und Nährstofftransport von der Wurzel zur Krone statt. Splintholz weißt in der Regel eine größere Anfälligkeit für Holzzerstörende Organismen (Insekten oder Pilze) auf als Kernholz weshalb es beim Bau von Blockhäusern gelegentlich mit geeigneten Mitteln behandelt wird.
- Stock
Unteres (dickes) Ende eines Stammes.
- Verkernung
Bei manchen Baumarten kommt es durch Einlagerung verschiedener organischer Verbindungen (z.B. Fette, Öle, Wachse, Farbstoffe) zur Verkernung
- Vorkopf
Treten bei vorkopfbildenden Eckverkämmungen die Stammenden über die Verkämmungsebene hervor, so spricht man von Vorköpfen. Als statische Mindestlänge des V. (gemessen ab Stammachse) gilt folgende Faustregel: ½ Balkendurchmesser (cm) + 20cm. Oft wird die Gesamtheit aller Balkenvorköpfe einer Blockwand mit einem charakteristischen Profil versehen.
- Vorkopfbildende Eckverkämmung
Im Unterschied zur nicht-vorholzbildenden Eckverkämmung benötigt eine Vorholzbildende E. einen gewissen Balkenüberstand über die eigentliche Verkämmungsebene hinaus, um statisch stabil zu bleiben. Vorholzbildende E. sind etwa Rund-kerbe oder Sattel-kerben. Nicht-vorholzbildende E. z.B. Schwalbenschwanz- oder Überlappende Verkämmungen.
- Zellulose
Neben Lignin organischer Hauptbestandteil des Holzes (ca. 50%) Zellulose bildet die elastische, zugfeste Gerüstsubstanz der unverholzten Zellwand (Baustahl)
- Zopf
Oberes (dünnes) Ende eines Baumstammes.