Team Kanadablockhaus stellt sogenannte Naturstammblockhäuser her und bedient sich dabei der „Scandinavian Full Scribe"- Technik.
Maschinell versus Handgefertigt
Im engen Sinne spricht man von Naturstammhäusern, wenn die zum Bau des Blockkörpers verwendeten Stämme nicht zu einem einheitlichen Querschnitt gearbeitet sind sondern als „Naturstämme" ihre individuelle unregelmäßige Gestalt beibehalten. Im Wandgefüge lassen sich natürliche Baummerkmale ausmachen, man unterscheidet ein dickeres und ein dünneres Stammende und erkennt Unregelmäßigkeiten in der Wuchsform, natürliche Krümmungen oder Verwachsungen. Merkmale, die in der maschinellen Holzverarbeitung als „Holzfehler" eingestuft werden, lassen sich im Naturstammblockbau oft als besondere, einmalige Stilelemente einsetzen. So wird jedes Haus zu einem Unikat, unkopierbar und einmalig.
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Besondere Techniken notwendig
Um dennoch mit solch eigenwilligem Baumaterial behagliche Wohnblockhäuser mit guten Dämmeigenschaften und Dichtigkeitswerten bauen zu können, ist eine spezielle Technik erforderlich, die sich grundlegend von den zimmereiüblichen Holzbearbeitungsweisen unterscheidet. Während nämlich Balkenflächen und definierte Kanten es dem Zimmerer erlauben, mit Anreißwinkeln zu arbeiten, Verstichmaße anzutragen oder gängige Holzbearbeitungsmaschinen einzusetzen, ist der Naturstammbauer auf einfache, in ihrem Prinzip uralte Werkzeuge zum Anreißen und Ausarbeiten angewiesen, etwa Schlagschnur, Wasserwaage, Anreißzirkel oder Axt. In selber Weise, wie wir heute diese Werkzeuge einsetzen, entstanden vor vielen Jahrhunderten in nördlichen Mitteleuropa die Urformen unserer Naturstammblockhäuser.
Baumaterial
Team Kanadablockhaus verwendet zum Bau seiner Blockgebäude Karelische Fichte, überwiegend aus Wintereinschlag.
Die Wälder dieser nördlichen Region produzieren ein qualitativ sehr hochwertiges Holz, das sich durch enge Abstände der Jahrringe und vor allem durch seinen homogenen Wuchs auszeichnet. Team Kanadablockhaus achtet darauf, die Baumstämme aus nachhaltig bewirtschafteten Einschlagsgebieten zu beziehen.
Nach händischer Entrindung werden die Stämme luftig aufgepoltert um dann unmittelbar vor dem Verbauen gehobelt zu werden.
Der mittlere Stammdurchmesser der eingesetzten Bäume beträgt ca. 37 cm; eine Geschosshöhe (2,85 m) wird in 9 Stammlagen erreicht.
Grundprinzipien
Der Schlüssel zur perfekt passenden Naturstammverbindung ist das Parallelanreißmaß - oder auch schlicht „Scriber" genannt. Mit diesem Identitätsgebenden Werkzeug lässt sich die unregelmäßige Kontur eines Naturstammes auf einen anderen Übertragen – es ergeben sich Führungslinien für die händische Ausarbeitung. Die Ausarbeitung selbst erfolgt durch die Motorsäge unter Zuhilfenahme einfacher Handwerkzeuge wie Axt, Hobel oder Stemmeisen.
Im lateralen Überschneidungsbereich zweier Blockstämme wird eine Hohlkehle eingeschnitten deren äußere Kanten auf der Rundung des unteren Stammes aufliegen. Die Hohlkehle wird bei der Endmontage des Hauskörpers mit imprägnierter Schafwolle ausgefüllt. Ein Dichtungsband aus geschlossenzelligem Schaumstoff oder Zellkautschuk unterstützt im Bereich der Eckverkämmung zusätzlich die Dichtigkeits- Eigenschaften.
